Posttraumatische Belastungsstörungen

Die Psychotraumatologie entwickelt sich zu einer Fachrichtung, der zunehmende Aufmerksamkeit im medizinisch-psychologischen Umfeld, aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung zukommt. Häusliche Gewalt, sexueller Missbrauch von Kindern, Inzest, Kriegs- und Unfalltraumata sind nur einige von vielen Szenarien, die in diesem Zusammenhang zu nennen sind. Die von solchen Lebensumständen Betroffenen können unter Umständen eine posttraumatische Belastungsstörung ausbilden, die eine spezielle Psychotherapie erforderlich macht.

In der spezifischen Traumatherapie begreifen sich der Therapeut und der Patient als ein „Team“, das unter Einsatz ausgewählter Techniken in drei Phasen arbeitet. Der Patient ist der Inhaltsexperte für sich selbst, der Therapeut der fachliche Experte, der den Patienten begleitet, sichert und fordert, um die Therapieziele zu erreichen.

Stabilisierungsphase: In der Stabilisierungsphase geht es darum, den häufig massiv betroffenen Patienten zunächst wieder so weit zu stabilisieren (im Alltag, im Beruflichen, in der Selbstfürsorge), dass er sich dem Erlebten überhaupt stellen kann. Geeignete Techniken helfen, Sicherheit und Kontrolle über sich und seine Rahmenbedingungen zurückzugewinnen. Erst dann ist eine Arbeit an und mit dem Trauma möglich.

Konfrontationsphase: In der Konfrontationsphase kommt es zu einer Auseinandersetzung mit dem Trauma, das häufig mit dem Erleben von massiver Hilflosigkeit, Kontrollverlust, Schuld- oder Schamgefühlen und Angst- oder auch massiven Ärgerausbrüchen gepaart ist. Der Betroffene vermeidet in der Regel die Erinnerungen an das Erlebte, auch wenn diese ihn immer wieder einholen. Unter kontrollierter Begleitung und dem Einsatz spezifischer Traumaverfahren gelingt es, sich mit dem Erlebten auseinander zu setzen.

Integrationsphase: Die abschließende Integrationsphase hat das Ziel, das Erlebte in das episodische Gedächtnis aufzunehmen. Durch die Auseinandersetzung mit dem Trauma kommt es zu einem Übergang vom passiven in den aktiven Handlungsmodus und somit zu einer Neugestaltung eines selbst bestimmten Lebens. Diese Phase nennt sich auch „das Leben zurück erobern“.

Fachliche Kompetenz: In meiner fünfjährigen klinischen Tätigkeit hat mich die Arbeit mit stark traumatisierten Patienten besonders interessiert. Ich habe deshalb bereits während des, Aufbaustudiums „Psychologische Psychotherapie“ eine Ausbildung zur Traumatherapeutin absolviert. 2007 erwarb ich die Zusatzqualifikation als EMDR-Therapeutin (Eye Movement Desensitization and Reprocessing Therapy), eine von den Gutachtern der gesetzlichen und privaten Krankenkassen für die Richtlinientherapie anerkannte, weil nachgewiesen wirksame Traumatechnik. Seit 2008 verfüge ich über die Zusatzqualifikation „Spezielle Psychotherapie“ der DeGPT, (Deutschen Gesellschaft für PsychoTraumatologie). Diese Qualifikationen befähigen mich, anhand geeigneter und evidenzbasierter Techniken monotraumatisierte- (z.B. Vergewaltigung, lebensbedrohlicher Unfall, Naturkatastrophen, Überfall) und komplex traumatisierte Patienten (z.B. Inzestopfer, Opfer häuslicher Gewalt, instabiles und traumatisierendes Elternhaus) in der Akutversorgung, aber auch in der langfristigen Psychotherapie zu begleiten und zu behandeln.

Im Rahmen einer Veranstaltung des Sächsischen Ministeriums für Soziales und Gesundheit zum Thema „Häusliche Gewalt – Traumanetz Sachsen“ im Deutschen Hygiene Museum Dresden konnte ich 2008 in einer Podiumsdiskussion zur ambulanten Versorgung von Opfern häuslicher Gewalt Stellung nehmen und die Notwendigkeit einer adäquaten ambulanten Traumatherapie darstellen. Ich bin als ausgewiesene Traumatherapeutin im Traumanetz Sachsen registriert www.traumanetz-sachsen.de und als Dozentin in die Weiterbildung von Kolleginnen und Kollegen involviert.

Der Landesverband Südost der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherungen (DGUV) hat ein Modellverfahren zur frühzeitigen Erkennung psychischer Gesundheitsschäden und zur Verbesserung der Rehabilitationsergebnisse gestartet. In das betreffende Berufsgenossenschaftliche Modellverfahren „Einbindung von ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten in das berufsgenossenschaftliche Heilverfahren“ bin ich seit 2009 eingebunden.